Am ersten Dezemberwochenende fand in Köln ein kleines feines Blindenfussballturnier mit 5 Mannschaften statt.
Am 05-06.12.09 spielten hier Stuttgart, Köln, Saar05, Marburg und wir, der FC St.Pauli in einer Vorrunde jeder gegen jeden und ab Sonntagmittag dann die besten Vier um die Plätze (kleines und grosses Finale)
Doch der Reihe nach!
Wir wollten eigentlich mit acht Spieler/innen und zwei Guides fahren, doch am frühen Samstagmorgen (6.46 Uhr!) waren wir nur noch zu siebt. Zwei Spieler haben krankheitsbedingt abgesagt und eine Spielerin hatte auf dem Weg zum Zug einen Unfall und musste ins Krankenhaus! Allen Drei von hier gute Besserung!! So sind wir mit einiger Aufregung losgekommen.
In Köln erwartete uns dann nicht nur Hamburger Wetter, sondern auch ein Transportservice, der uns direkt zum Spielort brachte. Das bringt mich auf den Punkt Service in Köln.Transport, Verpflegung während der beiden Tage in der Sporthalle (Brötchen, Kaffee, Kuchen...), sowie die Versorgung mit Wasser und einem persönlichen Betreuer waren sehr gut! Man merkte, dass die Leute hier mit Freude dabei waren! Jeder hatte ein freundliches Wort und Zeit für einen kleinen Schnack! Sehr angenehm!!
Am Samstagabend gab es ein gemeinsames Essen im Olympiamuseum mit einem echten Nikolaus und Lifemusik!!
Hier hat der PSV Köln ein Turnier auf die Beine gestellt, von dem man nur hoffen kann, dass es sich im Jahre 2010 wiederholt!
Die Unterbringung war, besonders für uns Kietz-Kicker, etwas ungewöhnlich. Wir haben in einer Kaserne der Bundeswehr geschlafen und gefrühstückt. Das Frühstück, oder doch die Kasernenluft, sind einigen unserer Spieler auf den Magen geschlagen... aber eigentlich gab es am Frühstück nichts auszusetzen. Besonders die großen Kaffeebecher haben mir gut gefallen!
So, jetzt zum sportlichen:
Am Samstag haben wir zuerst gegen Marburg 0:2 verloren, wobei unser Torwart, den die Kölner uns geliehen hatten, sich schwer am Knie verletzt hat.
Auch Chris auf diesem Wege nochmals Alles Gute!!
Im zweiten Spiel gegen Köln hatten wir dann unseren eigenen Mann, auch zum ersten mal, im Tor. Es war Wolf Schmidt, der einigen wahrscheinlich als Spielkommentator für die Hörplätze bekannt sein dürfte!
Dieses Spiel haben wir mit 0:1 verloren, obgleich wir eine ordentliche Leistung geboten haben.
Am Sonntagmorgen haben wir dann gegen den aktuellen deutschen Meister Stuttgart mit 0:2 verloren.
So ging es im letzten Spiel gegen Saar05, die bis dahin auch alles verloren hatten, zu einem kleinen Endspiel um den noch freien vierten Platz für die Plazierungsspiele.
In einem ausgeglichenem Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, haben wir dann leider auch dieses mit 0:1 verloren.
Der Vorteil aber war, dass wir uns jetzt ganz den Leckereien am Rande hingeben konnten. (ich sage nur Apfelkuchen!!!)
So haben wir in unserer bescheidenen Art den Anderen den Vortritt gelassen, wie es sich für einen guten Gast gehört.
Auch Köln hat sich vornehm zurückgehalten und "nur" das Spiel um Platz drei gegen Saar05 mit 2:1 gewonnen.
Sieger wurde der MTV Stuttgart durch einen Sieg im Sechsmeterschiessen nach einem 0:0 gegen die SSV Blista Marburg.
Es bleibt zu hoffen, dass wir auch im nächsten Jahr wieder zu diesem Turnier eingeladen werden. Ich jedenfalls, werde mir über Nikolaus 2010 nichts vornehmen.
Noch ein Dank an die Kölner, die uns mehrere ihrer Spieler zur Verfügung gestellt haben, da unser Kader ungewöhnlicherweise so knapp besetzt war und natürlich auch an den Torwart des MTV, der als Ersatzmann im ersten Spiel eingesprungen ist, als sich Chris verletzt hatte.
Kleiner Trost trotz des letzten Platzes, in Hamburg hat es bei der Rückkehr nicht geregnet, so wie bei unserer Abreise in Köln!!
Axel E.
Am Sonntag, dem 29.11.09 hat unsere Blindenfussballmannschaft als Team "Blinde Leidenschaft" am Viva con Agua Cup teilgenommen. Diese Benefizveranstaltung für sauberes Trinkwasser in Burundi, war Teil einer ganzen Reihe von Fussballturnieren, die parallel in aller Welt ausgetragen wurden. Für uns also eine Ehrensache mitzuspielen!!
Außerdem ist es ja keine Selbstverständlichkeit, dass ein Blindenfussballteam zu einer solchen Veranstaltung eingeladen wird, denn wir brauchen ja doch einige besondere Bedingungen.
So kamen wir also um 10:30 Uhr dort an, ohne so richtig zu wissen, was uns erwarten würde.
Gespielt wurde in 8 Vorgruppen mit je 4 Teams und anschliessend im Ko-System bis zum Finale und einem Spiel um Platz 3.
Die Spiele fanden in der Soccer in Hamburg GmbH statt und es wurde auf allen drei Feldern gleichzeitig gespielt.
Wir mussten um ca. 11.30 Uhr das erste mal ran und konnten uns davon überzeugen, dass der Veranstalter offensichtlich wusste was er tat, als er uns einlud.
Die Spielbedingungen in all unseren Spielen waren sehr gut!
Hier gleich ein großes Lob und vielen Dank!
Auch den gegnerischen Mannschaften kann ich nur meinen Respekt aussprechen, denn sie alle haben mit verbundenen Augen und nur der üblichen Hilfe von Seiten-, Hintertorguide und Torwart gespielt. Alle Achtung!!
So und nun zurück zu unseren Spielen.
Das erste haben wir mit 3:0 gewonnen und so einen optimalen Turnierstart hingelegt. Dem folgte ein 4:0 und ein 1:0 im letzten Spiel der Vorrunde.
So hatten wir die Ko-Runde erreicht.
Diese bescherte uns im Achtelfinale die St.Pauli-Oldstars, gegen die wir gerade im September bei unserem zweiten Masters gespielt hatten (1:0).
Dieses Spiel war also die Chance auf Revanche für die Oldies! Da machten wir uns auf ein schweres Spiel gefasst.
So war es dann auch! Mit ihrer Erfahrung vom September und ihrem ohnehin vorhandenem Können war dies ein schnelles und abwechslungsreiches Spiel mit viel Spaß und ordentlichem Kampf!
Am Ende behielten wir mit 3:1 die Oberhand!!
Doch viel Zeit zur Freude gab es nicht, denn die Spiele der Ko-Runde fanden in ziemlich kurzen Abständen statt.
Das Viertelfinale war ein Spiel, das sehr kämpferisch geführt wurde und am Ende dank zweier Tore von Katja und einer sehr starken Leistung unseres Torwartes, Stephan vom Team Viva con Agua, mit 2:1 gewonnen werden konnte.
Also Halbfinale! Und so langsam ging das Turnier an die Substanz!
Hier hatten wir die Hot-Bandidos als Gegner!
Es kam zu einem 4:0 für uns und plötzlich standen wir im Finale!!!
Also auf ein Letztes gegen die SF-Hamburg.
Die Sportfreunde hatten sich gründlich auf uns vorbereitet und eine sehr starke taktische Leistung geboten, so dass es nach einem unterhaltsamen 0:0 zum 7m Schießen kam. Hier versagten uns die Nerven und wir unterlagen bei drei Schützen mit O:1 Also unterm Strich ein zweiter Platz und ich denke ein Riesenerfolg für unser Team!! Das jedenfalls war mein Eindruck, als wir gegen 18:15 Uhr die Soccer in Hamburg verließen!
Zum Schluss möchte ich mich noch einmal beim Veranstalter herzlich für die Einladung bedanken. Es war für uns eine großartige Erfahrung an einem solchen Turnier mitzuspielen! Auch nochmals mein Dank und Respekt an all die Mannschaften, die sich getraut haben, blind zu spielen. Ich hoffe es war auch für euch eine besondere Erfahrung! Nicht vergessen möchte ich den Dank an Stephan, unseren "Adoptivtorwart" von Viva con Agua, der nicht unwesentlich zu unserem Erfolg beigetragen hat und stellenweise eine erhebliche Doppelbelastung auf sich nehmen musste!!
Auch nicht vergessen will ich zu erwähnen, dass es dort gut und preiswert Essen und Kaffee gab, von deren Qualität ich mich persönlich überzeugt habe!
Ich kann nur hoffen, dass es im nächsten Jahr wieder zu so einer Veranstaltung kommt!!!
Axel E.
Liebe Sportfreunde und Sportfreundinnen,
Da unser Schnuppertraining im vergangenen Jahr so gut gelungen war und eine
so tolle Beteiligung und positive Resonanz hervorgebracht und es auch uns
großen Spaß gemacht hat, möchte das Blindenfussballteam des FC St. Pauli
sehr herzlich erneut alle interessierten Kinder, Jugendlichen und
Erwachsenen zum Schnuppertraining einladen.
Und weil es damals so großen Anklang fand, möchten wir diesmal gleich zwei Termine anbieten. Selbstverständlich ist es möglich, an beiden Trainings teilzunehmen.
Die Schnuppertrainings finden statt
auf unserer Trainingsseite gibt es ausführliche Informationen zur Anreise zur Sporthalle.
An diesen beiden Nachmittagen wird von den Trainern unseres Teams, gemeinsam mit uns Spielern und Spielerinnen, speziell für all diejenigen unter Euch, die Blindenfussball schon immer mal kennenlernen und erfahren wollten,, ein Probetraining angeboten.
In diesem Training geht es darum auszuprobieren, wie man als blinder Mensch mit einem speziellen Ball Fußball spielen kann und wie es sich anhört und anfühlt, gegen unsere Torhüter ein Tor zu schießen.
Gerne sind auch diejenigen, die im vergangenen Jahr bereits dabei waren, wieder herzlich willkommen. Eingeladen sind aber ganz besonders auch Eltern, Familienangehörige, Freunde und Lehrer, die ebenfalls gerne zuschauen und auch mitmachen dürfen.
Über eine vorherige Anmeldung per E-Mail oder auch telefonisch, würden wir uns sehr freuen, damit wir in etwa wissen, mit wievielen Personen wir rechnen dürfen.
Wir freuen uns auf Euch!
Hier könnt ihr Kontakt zu uns aufnehmen.
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Liebe Fussballfreunde,
Ohne Wasser geht nichts, daher setzt sich die Initiative Viva con Agua
schon seit einigen Jahren für die Versorgung immer neuer Regionen in der
Welt mit Trinkwasser ein.
Aber auch dem Blindenfußball-Team des FC St.
Pauli haben die Aktiven rund um Benny Adrion schon mit einem Gastkick
beim 1. Hallenmasters in Hamburg weitergeholfen. Daher ist es für uns
eine Selbstverständlichkeit, die einladung von Viva con Agua gerne
anzunehmen und im Rahmen der "Wassertage" am ersten internationalen
"Kick it like Water" Soccer Cup in Hamburg teilzunehmen.
Aber nicht nur in Hamburg, sondern auch in Kiel, Luzern, Köln, Delmenhorst, Kingali und
Berlin wird parallel für sauberes Trinkwasser in Burundi gekickt.
Das Tolle ist, dass es für die Veranstalter eine Selbstverständlichkeit war, auf unsere besonderen Anforderungen, was das Umfeld und das Spielfeld betrifft, einzugehen, ohne, dass wir auch nur ein kleines bisschen nachfragen mussten, - großartig!
In der Einladung an die Anderen Teilnehmenden Teams liest sich das dann
wie folgt ...
"... Ganz besonders freuen wir uns darüber, die Blindenmannschaft des FC St.
Pauli als Teilnehmer begrüßen zu dürfen. Damit die Spiele halbwegs fair
sind,
bekommt jede Mannschaft, die gegen sie antritt, die Augen verbundenen (alle
bis
auf den Torwart). Damit aber niemand in die Bande rauscht oder über die
eigenen
Mitspieler stolpert, bekommen sie einen Guide (am Rand und an der
Mittellinie).
Wer sich jetzt fragt, wie zur Hacke man da den Ball sehen soll: gar nicht!
Den
hört man, denn er klingelt!
Für diese Spiele sollte absolute Ruhe in der Halle sein - Gespräche und
störendes von den anderen Courts während der Spiele mit der
Blindenmannschaft wird
als Foul geahndet. ..."
Wir nehmen gerne an diesem Turnier teil, weil es zeigt, dass Fußball wohl
der integratifste Sport zu sein scheint und weil man uns so freundlich
eingeladen und uns das Mitmachen so problemlos ermöglicht hat.
Das wird ein riesen Spaß und kein Wettkampf.
Wir Freuen uns drauf!
Das Team "Blinde Leidenschaft"
Kommt doch gerne auch bei uns in Hamburg vorbei:
Datum: Sonntag, 29.11.2009
Einlass: 09:00 Uhr
Turnier-Beginn: 10:00 Uhr
Ende: 18:00 Uhr
Location: Soccer in Hamburg GmbH, Kieler Straße 565, 22525 Hamburg
Am 14. und 15. November 2009 luden die Deutsche Blindenstudienanstalt, die
SSG Blista Marburg sowie der DBSV zum 1. Blindenfussball Women World Cup
ein.
Überall in Deutschland taten sich Frauen als Teams zusammen, um teilnehmen
zu können. Die internationale Beteiligung war letztlich leider nicht so
groß wie erwartet, aber es reiste ein Damenteam aus Brasilien an.
Zusätzlich fanden an diesem Wochenende unglücklicherweise noch
Veranstaltungen im Damen-Tor- und Goalball statt, sodaß auch die deutsche
Beteiligung nicht all zu groß war, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat.
Es führte aber dazu, dass der Gastgeber Marburg am Ende kein eigenes Team
stellen konnte und seine übrigen Damen auf die verbliebenen Teams aufteilen
musste. Dies war allerdings erst am Samstagmorgen richtig klar, so dass der
Spielplan nochmal komplett geändert wurde. Insgesamt waren es dann letztlich
drei Teams, die dann im Hin- und Rückrundenverfahren gegeneinander spielten.
Wir St. Paulianerinnen, bestehend aus Marita, Andrea und mir, machten uns bereits am Freitagmittag auf den Weg in die oberhässische Studentenstatt. Begleitet wurden wir von unseren treuen Teamgefährten Mike, Axel und Christian, die extra mitkamen, um das Wochenende mit uns gemeinsam zu verbringen und um uns aktiv zu unterstützen. Das war sehr großartig und ohne die drei wären wir sicher nur halb so gut gewesen.
Die Marburger Jugendherberge war unser aller Quartier. Sechsbettzimmer, Duschen und Klo auf dem Gang... Frühstück, naja, also Rührei mit Lachs oder Sushi hat dieses Haus sicher noch nie gesehen, geschweige denn ein einfaches, gekochtes Ei, aber verhungern musste niemand. Und wir St. Paulianer hatten Glück und kamen alle gemeinsam in einem der Vielbettzimmer unter. Gute Stimmung war also keine Mangelware.
Am Samstagmorgen lief dann zunächst, durch den Ausfall des Marburger Teams,
alles etwas schleppend an, dann ging es aber richtig los.
Das Auftaktspiel bestritt die Spielgemeinschaft
Berlin/Chemnitz/Essen/Marburg gegen die "Frauenpower" aus Brasilien.
Dieses Team überzeugte durch ihr Temperament, aber überraschte vor allem
alle mit ihrer, nicht gerade ballsicheren, aber sehr rasanten und mutigen
Spielweise. Vorn drin hatten sie allerdings eine richtige Goalgetterin.
Das brasilianische Frauenteam besteht erst seit zweieinhalb Monaten und
dafür haben sie es bereits sehr weit gebracht. Bevor sie nach Deutschland
reisten, bekamen sie viel Medienaufmerksamkeit in Brasilien und trafen sogar
das brasilianische Frauen-Nationalteam und konnten Marta als Patin gewinnen.
Beflügelt von diesen Erlebnissen, besiegten die Brasilianerinnen ihren
ersten Gegner mit 2:0.
Nach einer ordentlichen Pause, von denen es ziemlich viele und lange gab, denn es gab ja pro Spieltag nur jeweils drei Spiele, traten dann wir, die Spielgemeinschaft Mainz/St. Pauli/Marburg, gegen die Brasilianerinnen an. Es war ein rasantes und temporeiches Spiel, was 0:0 ausging.
Das letzte Spiel des Tages bestritten dann die beiden deutschen
Spielgemeinschaften.
Unser Team spielte in der Y-Formation. Andrea und Nuray teilten sich die
Zwei, Nicole stand auf der Sechs, Anette, Alex aus Marburg und ich gaben die
Flügelstürmerinnen.
Die Leistung in der ersten Halbzeit war sehr ausgeglichen und vor allem
wurde das ganze Spiel über sehr fair gespielt.
In der zweiten Halbzeit dann eröffnete Anette den Torreigen mit dem
1:0-Treffer.
Und dann kam, was ich kaum für möglich gehalten hätte: Mein aller erstes Tor
in einem Spiel überhaupt, das Tor zum 2:0.
Das gab mir großen Auftrieb und fühlte sich so klasse an, dass ich es gleich
noch einmal probierte und den Ball zum 3:0 einnetzte. Ich kam richtig in
Fahrt, spielte mich in einen richtigen Rausch hinein, sodaß mir schließlich
auch noch das 4:0 gelang. Den fast noch 5:0-Treffer schoss ich dann
allerdings leider aus 12 Metern an den Torpfosten.
Keine Ahnung, was da los war. Es fühlte sich auf jeden Fall unglaublich
großartig an. Ich hatte plötzlich keine Angst mehr vor Ball und Gegner,
dachte nicht mehr nach, spielte einfach nur Fußball. Ich fühlte mich
unglaublich frei...
Nun, genug davon, es gab auch noch andere Dinge. Am Ende des
Fußballsamstages war unsere Spielgemeinschaft zunächst also Tabellenführer.
Die Veranstalter luden uns zum Abendessen in eine Lokalität in der Altstadt
ein, wo wir unseren Hunger und unseren Durst stillen konnten. Es war extra
ein Raum für uns gemietet worden, in dem es allerdings viel zu laut war, es
hallte dort sehr und alle waren doch ziemlich aufgedreht. So hielten es nur
wenige lange dort aus und man zog in kleineren Grüppchen noch weiter durch
die Stadt.
Den Auftakt der Rückrunde bestritten dann wir, am frühen Sonntagmorgen, um
09:00 Uhr, gegen die berliner Sg. Auch, wenn wir St. Paulianerinnen diese
frühen Spieltermine ja gewohnt sind, kamen wir doch nur schwer in Gang;
während unsere Gegnerinnen richtig aufdrehten, wollten sie doch nicht wieder
als Schießbude fungieren.
Unser Team hatte, auf Wunsch mancher Spielerinnen und evtl. nicht ganz
glücklicherweise auch bereits schon zu Spielbeginn, nicht das System, aber
die Positionen getauscht. Tja, und am Vortag noch so gut eingespielt, lief
es dann so gar nicht mehr bei uns. Dafür mag es viele Gründe geben, leichte
Verletzungen innerhalb unseres Teams, Müdigkeit, Unsicherheiten auf den
neuen Positionen... Wie dem auch sei, die berliner Sg war einfach
entschlossener und drehte den Spieß um und gewann mit 3:1 gegen uns. Das
konnte später auch ein Umstellen auf das alte System nicht mehr verhindern.
Die berliner Sg war gut drauf und erreichte dann im anschließenden Spiel auch ein 0:0 gegen die Brasilianerinnen.
Das letzte Spiel des Turniers spielten wir dann nochmal gegen Brasilien. Diesmal wagten wir keine Experimente und spielten im bewehrten System. Es war, trotz des abschließenden 0:0 ein sehr aufregendes und packendes Spiel, was uns letztlich Platz 2 im Turnier einbrachte.
Verdient gewonnen haben die Brasilianerinnen, die uns alle sehr beeindruckt haben. Besonders bemerkenswert ist, dass sie so einen weiten Weg auf sich genommen haben.Leider hatten wir am Ende zwei Verletzte zu beklagen. Sowohl Anette, als
auch Nuray hatten sich am Knie verletzt. Beide sind aber längst auf dem Weg
der Besserung bzw. wieder fit.
St. Pauli mußte sich leider bereits während der Siegerehrung verabschieden,
um den Zug noch rechtzeitig zu erwischen.
Es war ein sehr lehr- und erfahrungsreiches Wochenende, das, und das kann ich glaube ich für uns alle sagen, allen Beteiligten großen Spaß gemacht hat. Es hat sich schon etwas anders angefühlt, mal gegen das gleiche Geschlecht zu spielen, mal nicht schon grundsätzlich körperlich unterlegen zu sein. Aber wer sich bis dahin der Illusion hingegeben hatte, dass es im Frauen-Blindenfussball sanfter und ruhiger zur Sache geht, der wurde an diesem Wochenende eindeutig eines Besseren belehrt. Der Frauen-Blindenfussball steht an Härte, Einsatz und Schnelligkeit der Spielerinnen dem der Männer in rein gar nichts nach.
Ganz klar möchte ich an dieser Stelle aber auch betonen, dass ich niemals einer Entwicklung des Blindenfussballs zum reinen Männersport oder auch nur einer Aufteilung von Männern und Frauen zustimmen werde - und ich glaube, da spreche ich für alle Frauen aus unserem Team. Solche Ideeen, wie den Ausschluss von Frauen aus der DBFL bzw. generell dem nationalen Blindenfussball, halte ich für einen Qualitätsverlust. Nicht nur, weil ich selber eine frau bin, sondern weil ich glaube, dass gerade diese Mischung diesen Sport atraktiv macht, und weil Fußball Spaß macht und Spaß für alle da ist und man den am besten nur gemeinsam haben kann.
Gez. Katja Löffler
Für das Blindenfussball-Team des FC St. Pauli v. 1910. e. V.
Anlässlich der Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes lud uns die SSG Blista Marburg am Samstag, 31.10.2009 zu einem Freundschaftsspiel an die Lahn ein. Gleichzeitig wurde mit dem Spiel Marburg als Landesleistungsstützpunkt für Blindenfußball, Goalball und Judo ernannt.
Diese Einladung nahmen wir sehr gerne an, um nach längerer Pause auch mal wieder ein Freundschaftsspiel unter realen Ligabedingungen auf einem Kunstrasenplatz zu absolvieren.
Da unsere drei Torhüter aus beruflichen, privaten oder verletzungstechnischen Gründen verhindert waren, hütete Kai Bastian Smidt unser Tor. Er löste bei seiner Premiere in unserem Kasten seine Aufgabe bravourös und strahlte sehr viel Sicherheit auf seine Vorderleute aus.
Wir begannen mit Katja und Michael Löffler in der Defensive und Axel Eichstädt und Heinrich Niehaus in der Offensive. In den ersten 10 15 Minuten gelang es uns dabei, das dominantere Team zu stellen und diese Überlegenheit auch in Torchancen umzumünzen. Pech hatten wir dabei bei zwei Pfostentreffern. Zuerst zimmerte Axel Eichstädt einen Ball aus halbrechter Position Tor-des-Monats-verdächtig an den Innenpfosten knapp unter den linken Dreiangel, von wo aus der Ball leider wieder ins Feld zurücksprang. Kurz danach widerfuhr Heinrich Niehaus dasgleiche Schicksal: von links kommend setzte er sich gegen zwei Marburger Verteidiger durch und zirkelte einen Ball aus zentraler Position flach an den linken Torpfosten.
Mitte der ersten Halbzeit begann dann die Zeit der Auswechslungen und beide Teams experimentierten in verschiedenen Formationen. Bei uns erhielten damit auch Christian Marx, Serdal Celebi und Fin-Janne Smidt die Möglichkeit, sich auszuzeichnen.
Gleichzeitig kam Marburg vor allem angetrieben durch ihren herausragenden Angreifer Alican Pektas besser ins Spiel und erspielte sich mehr Torchancen. Nach einem Konter erzielte Pektas dann auch die bis zu diesem Zeitpunkt etwas glückliche Marburger Führung. Kurz danach erhöhten Thomas Horn und nochmals Alican Pektas in Folge von Abstimmungsschwierigkeiten in unserer Defensive auf 3:0. Wir konnten durch einen von Michael Löffler scharf ins rechte untere Eck geschossenen Achtmeter unmittelbar vor der Halbzeit auf 1:3 verkürzen, wodurch wir neue Hoffnung schöpften. Zwei weitere Achtmeter von Christian Marx und Axel Eichstädt waren leider nicht von Erfolg gekrönt.
In der zweiten Hälfte testeten wir einen Rollentausch: unsere etatmäßigen Mittel- und Hintertor-Guides, Marita Otto und Peter von Postel, tauschten ihre Rollen. So gab Peter seine Anweisungen von der Seitenlinie und Marita dirigierte uns in Richtung gegnerisches Tor.
Insgesamt können wir vor allem mit der Leistung in der ersten Hälfte des ersten Durchgangs zufrieden sein. Wir erspielten uns vor allem im Vergleich zu den Spielen beim Masters Mitte September viele Chancen, die mit ein wenig mehr Glück zum Erfolg hätten führen können (drei Pfostentreffer). Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen, so dass wir mit viel Optimismus und Selbstvertrauen zum Nikolaus-Turnier am 5. und 6. Dezember nach Köln fahren können.
Der Audiokommentar ist hier herunterzuladen (94:56' / 86,9MB)
Wir bedanken uns hiermit nochmals für die Einladung und für die Gastfreundschaft der Marburger, die uns u.a. zum Spielort und zum Bahnhof chauffierten und im Anschluss an das Spiel Möglichkeiten zur Stärkung in essbarer und flüssiger Form bereitstellten.
Am Pfingstsonnabend, dem 30.05.2009, fand im städtischen Stadion von Neumünster wieder ein Jugendturnier statt und zur gleichen Zeit auch ein Turnier der Blindenfußballer. Die Organisatoren des Blindenfußball-Turniers sind der Lions Club Neumünster-Holsten sowie das Blindenfußball-Team des FC St. Pauli.
Das Ziel dieses Turniers ist es, das Miteinander der Teams in lockerer Atmosphäre zu fördern und Neueinsteigern Spielpraxis zu ermöglichen, die in der Wettkampfsituation in der Liga nur wenig zum Zuge kommen. Dazu reisten die meisten Teams bereits am Freitagabend an und übernachteten während des Wochenendes im Jugendferiendorf. Dort wurde abends in gemütlicher Runde gegrillt und "geschnackt".
Die Organisatoren waren hoch erfreut darüber, dass sich insgesamt neun Teams für das Turnier angemeldet haben. Dies zeigt, dass sich der Lichtkick in der Blindenfußball-Szene mittlerweile etabliert hat.
Da einige Teams jedoch nicht vollständig anreisen konnten, wurden bspw. Spielgemeinschaften der Teams aus Berlin und Essen sowie aus Köln und St. Pauli (St. Köln) gebildet. Auch Guides wurden teils zwischen den Teams ausgeliehen, so dass jedes Team auch spielfähig war. Dies unterstreicht noch einmal die ungezwungene Atmosphäre der Veranstaltung.
Sieger des Turniers wurde das Dortmunder Team, das damit eindrucksvoll seine zuletzt herausragende Form und große Torlaune aus der Liga unterstrich. Die Westfalen setzten sich im West-Duell gegen den Nachbarn aus Gelsenkirchen durch, der seinerseits zuvor seine Gruppe für sich entscheiden konnte. Den dritten Platz konnte der bisherige zweimalige Lichtkick-Sieger aus Marburg erringen. Die Hessen setzten sich im Spiel um Platz 3 klar gegen die gastgebenden St. Paulianer durch.
Das Spiel um Platz 5 wurde erst im Sechsmeterschießen entschieden. Hier behielt die Spielgemeinschaft aus Köln und St. Pauli durch zwei verwandelte Sechsmeter das glücklichere Ende gegenüber der Spielgemeinschaft aus Berlin/Essen.
Schließlich setzte sich das Team aus Mainz gegen die Sachsen aus Chemnitz im Spiel um Platz 7 durch.
Klickt auf die Links, um den Audiokommentar zum gewählten Spiel herunterzuladen.

Am 13.05.2009 porträtierte der Holsteinische Kurier das Lichtkick-Turnier und stellt die einzelnen Organisatoren vor. Der Artikel ist hier herunterzuladen..
Am Samstag, den 14.02.2009, fuhren Katja und Michael Löffler sowie Christian Marx nach Schleswig zum Landesförderzentrum Sehen, um interessierten schleswig-holsteinischen Jugendlichen unseren Sport näher zu bringen.
Dr. Michael Thiele, der diese Veranstaltung organisiert hat, hat uns dankenswerterweise erlaubt, seinen hierzu verfassten Bericht zu verwenden.
Die o.a. Veranstaltung wurde ganztägig in Kooperation zwischen dem LFS und der Abteilung Blindenfußball des FC St. Pauli durchgeführt. Herr und Frau Löffler sowie ein weiterer aktiver Spieler des FC. St. Pauli, Herr Christian Marx, hatten sich bereit erklärt, ihre Erfahrungen in dieser Sportart zu vermitteln. Es nahmen insgesamt 11 blinde und hochgradig sehbehinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus Scsgesamt 11 blinde und hochgradig sehbehinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus Schleswig-Holstein teil.
Ziel der Veranstaltung war es, die jungen Menschen mit der Sportart Blindenfußball vertraut zu machen und sie ggf. für ein Engagement in diesem Sport zu gewinnen.
Im Rahmen eines workshops wurden am Vormittag zunächst grundlegende Techniken und Fertigkeiten hinsichtlich der Orientierung, der Ballführung und des Passspiels vorgestellt und eingeübt. Abgeschlossen wurde der Vormittag mit einem Demonstrationsspiel, das sowohl bei den Aktiven als auch bei den Zuschauern auf große Begeisterung stieß.
Am Nachmittag hatten interessierte Teilnehmer des workshops die Gelegenheit, ihre Kenntnisse hinsichtlich des Regelwerks, der Schusstechnik und des taktischen Verhaltens auf dem Spielfeld zu vertiefen.
In der Rückmeldung der Teilnehmer und in den Kommentaren der Zuschauer wurde deutlich, dass die Veranstaltung sehr positiv aufgenommen wurde. Hervorgehoben wurde insbesondere das große Engagement der Spieler des FC St. Pauli. Es wurde zudem vereinbart, nach weiteren Möglichkeiten der Kooperation zwischen dem LFS und der Mannschaft des FC St. Pauli zu suchen, um die Sportart Blindenfußball auch in Schleswig-Holstein stärker zu etablieren.
Dr. Michael Thiele
Koordinator für die Unterstützung und Beratung von blinden Schülerinnen und Schülern an allgemeinbildenden Schulen
Am Samstag, den 31.01.2009, haben uns die Blindenfußballer des PSV Köln zu zwei Freundschaftsspielen nach Köln eingeladen.
Die zwei Spiele wurden ab 11:30 Uhr in der Sporthalle Köln-Süd am Stadion Fortuna Köln ausgetragen.
Im ersten Spiel des Tages trat das Team des PSV Köln gegen den amtierenden Meister aus Marburg an. Zu Beginn konnten sich die Domstädter eine leichte Überlegenheit erspielen. Doch nach ca. 10 Minuten waren auch die Marburger im Spiel und konnten das Spiel immer ausgeglichener gestalten. Die auffälligsten Spieler waren auf Kölner Seite der Kapitän und Nationalspieler Michael Wahl sowie Ali-Can Pektas und Adriani auf Marburger Seite. Eine der guten Chancen der Marburger nutzte dann Ali-Can Pektas zum Siegtreffer für die Marburger.
Im Anschluss trat unser Team gegen die gastgebenden Rheinländer an. Die ersten ca. zehn Minuten konnten wir klar überlegen gestalten und erspielten uns auch einige vielversprechende Chancen. Im Laufe der ersten Halbzeit kamen die Kölner vor allem dank ihres Spielgestalters Michael Wahl immer besser ins Spiel und konnten das Spiel offener gestalten. Der quirlige und enorm ballsichere und schnelle Stürmer Wahl war von unserer Abwehr nur schwer in den Griff zu bekommen und konnte sich das ein oder andere Mal aussichtsreich durchsetzen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen wir dann wieder etwas besser ins Spiel, während wiederum die Kölner gegen Ende zu immer besseren Chancen kamen. Eine dieser Chancen nutzte dann Michael Wahl, der auf Grund eines Abstimmungsfehlers in unserer Defensive fünf Minuten vor Schluss aus kurzer Distanz den ersten Kölner Treffer überhaupt erzielte. Auch unsere Schlussoffensive konnte leider nichts mehr an der Niederlage ändern.
Den Abschluss bildete das Spiel zwischen unserem Team und dem der SSG Blista aus Marburg. Wie schon im Spiel zuvor, erwischten wir den besseren Start und konnten uns anfangs eine Überlegenheit erarbeiten. Nach und nach kamen die Hessen angetrieben durch ihr schnelles Sturmduo Ali-Can Pektas und Adriani besser ins Spiel und erspielten sich einige Chancen. Diese waren jedoch nicht zwingend genug bzw. wurden von unser diesmal sehr sicher stehenden Defensive abgewehrt. Gleichzeitig konnten wir selbst nicht genügend Durchschlagskraft entwickeln, so dass wir leider erneut ohne eigenen treffer blieben. So blieb es am Ende bei einem torlosen Remis.
Für unser Team war es zugleich ein Tag der Premieren: der neue Spieler Stephan Preuß, der seit einigen Wochen bei uns mittrainiert, feierte in den beiden Spielen seinen Einstand im Dress der Kiezkicker. Zudem gab Matthias Scheffold sein Debüt als verantwortlicher Trainer an der Seitenlinie. Er hatte unser Team zuvor bereits während des Blindenfußballmasters im September 2008 tatkräftig unterstützt. Ebenfalls sein Debüt konnte Alejandro Martinez Saavedra im Tor der St. Paulianer feiern. Er setzte sich durch einige sehr gute Abwehraktionen gleich in Szene und bildete einen sehr sicheren Rückhalt.
Wir haben viel ausprobiert und neue Spielsysteme und Formationen getestet. Insgesamt war es eine gute Vorbereitung auf die im März beginnende Ligasaison. Wir konnten viele neue Erkenntnisse aus den Spielen gewinnen und werden dementsprechend unsere weitere Vorbereitung gestalten.
Nach den Spielen trafen sich die Spieler und Trainer aller Teams noch zu gemeinsamem Essen und Trinken und konnten sich so auch teamübergreifend austauschen. Anschließend fuhren wir zusammen mit dem Kölner Team noch in ein Lokal in der Kölner Innenstadt, um die Gespräche in lockerer Atmosphäre zu vertiefen.
Ausdrücklich möchten wir uns auch noch einmal beim Kölner Team für die hervorragende Organisation sowie die besondere Gastfreundlichkeit bedanken. So wurde der Tag nicht nur aus fußballerischer Sicht ein sehr angenehmes Ereignis, das uns in Erinnerung bleiben wird.
Letztes Update am 11.02.2010